Die Überfunktion (Hyperthyreose) - M. Basedow und "heißer" Knoten

Die Schilddrüsenüberfunktion kann mit schweren Symptomen einhergehen, bedingt durch eine "Überaktivierung" des Organismus: Herzjagen und Herzrhythmusstörungen, Nervosität, Schweißausbrüche, Händezittern, rasches Ermüden und Erschöpfungsgefühl, verminderte Leistungsfähigkeit und Gewichtsverlust treten einzeln oder überwiegend kombiniert auf. Weiters typisch sind Heißhunger, Durchfall, Haarausfall und Schlafstörungen. Je nach Art und Schweregrad kann eine medikamentöse Therapie versucht werden.

 

 

Morbus Basedow:

Bei der schweren Hyperthyreoseform, der Autoimmunhyperthyreose, auch Morbus Basedow genannt, liegt eine permanente, nicht regulierte Aktivierung aller Schilddrüsenzellen durch Autoantikkörper (Ursache unklar) vor, sodass viel zu viele Hormone produziert werden. Spätestens nach einem Jahr erfolgloser Tablettentherapie (Thyreostatika) sollte eine Operation durchgeführt werden. Bei der immer wieder eintretenden Tablettetunverträglichkeit muss man sich rascher zum operativen Eingriff entschließen. Dabei soll möglichst viel Schilddrüsengewebe entfernt werden, da andernfalls ein neuerliches Auftreten der Überfunktion droht.

Der heiße (autonome) Knoten:

 Die mildere Hyperthyreoseform ist die Überfunktion durch eine Schilddrüsenautonomie; zahlreiche, aber nicht alle Zellen der Schilddrüse produzieren zu viel Hormon. Verursacht ein Knoten diese Überfunktion, so spricht man von einem "heißen" oder "autonomen" Knoten. Heiß, weil im Szintigramm zu sehen ist, dass er die meiste Aktivität des radioaktiven Isotops speichert und verarbeitet, und autonom, weil er eigenständig Hormone produziert, obwohl er keinen Befehl von der Hirnanhangsdrüse dafür bekommt. (siehe Regulation und Funktion). Bei diesem Knoten besteht - im Gegensatz zum kalten Knoten - kein Krebsverdacht, er ist fast immer gutartig. Doch schädigt er durch seine Schilddrüsenhormon-Überproduktion den Organismus, insbesondere das Herz-Kreislaufsystem und das Nervensystem, und verursachen oft Nervosität, Schweißausbrüche, Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden u.a.. Es kann ein einzelner (solitärer) autonomer Knoten vorliegen oder die Schilddrüse von vielen heißen Knoten durchsetzt sein. In jedem Fall sollte eine operative Entfernung aller Knoten durchgeführt werden.

Eine unbehandelte Überfunktion ist gefährlich und kann zu krisenhafter Erkrankung führen. Langfristig sind Schäden an zahlreichen Organen die Folge . Bei der Überfunktion ist neben der Operation und der medikamentösen Therapie auch eine Radio-Jod-Therapie (Schilddrüse wird mit radioaktivem Jod zerstrahlt) möglich, vor allem wenn ein zu hohes Operationsrisiko vorliegt.